Schwache und starke Adoption

Vergleich Kongo und BRD

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass eine im Kongo vorgenommene Adoption eines Kindes durch einen - mittlerweile - deutschen Onkel nach kongolesischem Recht das sog. Eltern-Kind-Verhältnis zu den leiblichen Eltern nicht beendet. Das gelte auch dann, wenn die Eltern des Adoptivkindes längst verstorben waren. Dann aber hat die Adoption im Kongo nur die Wirkung wie eine Erwachsenenadoption nach deutschem Recht ("schwache Wirkung"). Bei der Adoption Erwachsener bleibt die verwandtschaftliche Bindung zu den leiblichen Eltern bestehen. 

Rechtlich folgt daraus, dass die Adoption zwar wirksam ist, das Adoptivkind aber dadurch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat (BVerwG Inf AuslR 2018, 101).

Was tun?

In den Adoptionsfällen mit nur schwacher Wirkung kann eine Umwandlung in eine Volladoption erfolgen, wenn die Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 AdWirkG erfüllt sind. Die Hürden dafür sind gelegentlich nicht sehr hoch.

Außerdem kann die Einbürgerung nach § 10 StAG beantragt werden. Bei Erfüllung bestimmter Integrationsvoraussetzungen kann die Frist für den vorangegangenen Aufenthalt auf 7 oder 6 Jahre abgekürzt werden.

Wir helfen dabei gern

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