Schweigen kann Gold sein

Ist nicht Reden besser?

Beschuldigte im Strafverfahren haben jedoch oft Sorge, dass ihnen im Laufe eines Verfahrens bei einer „späten Aussage“ (zum Beispiel nach Akteneinsicht und Beratung mit ihrem Verteidiger) angelastet wird. Sie werden unruhig und möchten bald sich bald äußern. Damit hoffen sie, Vorwürfe ausräumen zu können. Frühe Aussagen können sich jedoch als nachteilig erweisen.

Frühe Aussage des Beschuldigten

Beschuldigte haben oft Sorge, dass ihnen im Laufe eines Verfahrens bei einer „späten Aussage“ (zum Beispiel nach Akteneinsicht und Beratung mit ihrem Verteidiger) angelastet wird, sie hätten sich zu ihrer Verteidigung doch viel früher erklären können. Menschlich verständlich: Beschuldigte werden unruhig und möchten bald sich bald äußern. Später erweist sich: Schweigen wäre klüger gewesen. 

Schweigen darf nicht nachteilig ausgelegt werden

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Urteil vom 17.2.2016 (Az: 1 StR 582/15) erneut darauf hingewiesen, dass aus dem anfänglichen Schweigen eines Beschuldigten oder Angeklagten keine nachteiligen Schlüsse gezogen werden dürfen. In der Sprache des BGH:
„Der unbefangene Gebrauch dieses Schweigerechts wäre nicht gewährleistet, wenn der Angeklagte die Prüfung und Bewertung der Gründe für sein Aussageverhalten befürchten müsste. Deshalb dürfen weder aus der durchgehenden noch aus der anfänglichen Aussageverweigerung nachteilige Schlüsse gezogen werden.“
Wir empfehlen auch weiterhin: trauen Sie sich, zu Schweigen.

Wir beraten und vertreten Sie gern.

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